Wie Landwirtschaft und Solarstrom auf derselben Fläche funktionieren: Bauformen, Normgrundlage, Vorteile und Grenzen von Agri-PV in Mecklenburg-Vorpommern.
Agri-Photovoltaik verbindet zwei Nutzungen auf einer Fläche: Unter oder zwischen den Solarmodulen wird weiter Landwirtschaft betrieben, darüber oder daneben entsteht Strom. Anders als bei einem klassischen Solarpark bleibt die landwirtschaftliche Nutzung dabei die Hauptnutzung.
Für Betriebe in Mecklenburg-Vorpommern mit großen Schlägen und viel Grünland kann Agri-PV eine zusätzliche Einnahmequelle sein, ohne die Fläche aus der Produktion zu nehmen. Wir von der LDM Anlagen Bau GmbH aus Lalendorf planen und bauen Freiflächenanlagen und begleiten auch Agri-PV-Vorhaben.
Der Begriff Agri-PV beschreibt Photovoltaikanlagen, die so gebaut werden, dass die Fläche weiterhin landwirtschaftlich genutzt werden kann – als Acker, Grünland, Weide oder für Sonderkulturen. Entscheidend ist, dass Bauform, Reihenabstand und Höhe zur geplanten Bewirtschaftung passen.
Die Module können zugleich einen Nutzen für die Landwirtschaft haben: Sie spenden Schatten, bremsen Wind oder schützen empfindliche Kulturen vor Hagel und Starkregen. Wie groß dieser Effekt ist, hängt stark von Kultur und Standort ab.
Die Module werden auf einer Stahlkonstruktion in mehreren Metern Höhe montiert. Darunter kann mit Maschinen gearbeitet werden. Diese Bauform eignet sich vor allem für Obst, Beeren, Gemüse und andere Sonderkulturen, die von teilweiser Beschattung und Witterungsschutz profitieren. Der Stahlbau ist allerdings aufwendiger als bei einer bodennahen Anlage.
Bei einer vertikalen PV-Anlage stehen beidseitig aktive (bifaziale) Module senkrecht in Reihen, meist mit Ausrichtung nach Osten und Westen. Bewirtschaftet wird der Streifen zwischen den Reihen. Der Reihenabstand richtet sich nach der Arbeitsbreite Ihrer Maschinen.
Vertikale Anlagen erzeugen ihre Spitzen morgens und abends statt mittags. Das passt gut zu einem Strommarkt, in dem die Mittagsstunden zunehmend von Solarstrom geprägt sind. Auf windoffenen Flächen wirken die Reihen zudem als Windschutz. Weil die Module senkrecht stehen, bleibt der Boden zwischen den Reihen weitgehend unbeschattet und gut befahrbar.
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| Merkmal | Hoch aufgeständert | Vertikal bifazial |
|---|---|---|
| Bewirtschaftung | unter den Modulen | zwischen den Modulreihen |
| Typische Nutzung | Obst, Beeren, Gemüse, Sonderkulturen | Grünland, Weide, Ackerbau |
| Erzeugungsprofil | Spitze um die Mittagszeit | Spitzen morgens und abends |
| Bauaufwand | hoch (Stahlbau in großer Höhe) | geringer, schmale Reihen |
| Einfluss auf die Fläche | gleichmäßige Teilbeschattung | schmale Streifen unter den Reihen |
Was als Agri-PV gilt, beschreibt in Deutschland die DIN SPEC 91434. Sie unterscheidet Anlagen, unter denen bewirtschaftet wird, von Anlagen, zwischen deren Reihen bewirtschaftet wird. Zudem legt sie Anforderungen fest, etwa an ein landwirtschaftliches Nutzungskonzept und an den begrenzten Flächenverlust durch die Anlage.
Auf die DIN SPEC wird in der Praxis häufig Bezug genommen, wenn zu klären ist, ob eine Fläche trotz Solaranlage landwirtschaftlich genutzt bleibt. Welche Anforderungen im Einzelfall gelten – etwa für Genehmigung, Vergütung oder Agrarförderung –, sollten Sie frühzeitig mit den zuständigen Stellen klären.
Agri-PV ist deshalb kein Selbstläufer, sondern ein Projekt, das zum Betrieb passen muss. Je genauer Bewirtschaftung und Anlagenplanung von Anfang an aufeinander abgestimmt werden, desto besser funktionieren beide Nutzungen nebeneinander.
Viele Betriebe in Mecklenburg-Vorpommern bewirtschaften große, zusammenhängende Flächen in flacher bis leicht hügeliger Landschaft. Die Globalstrahlung liegt bei etwa 1.000 bis 1.100 kWh je Quadratmeter und Jahr. Das sind gute Voraussetzungen für Photovoltaik.
Besonders interessant ist Agri-PV für Grünland- und Weidebetriebe, für windoffene Ackerflächen und für Sonderkulturen. Wichtig ist eine ehrliche Prüfung vorab: Passt die Bauform zum Betrieb, ist ein Netzanschluss in erreichbarer Nähe und trägt der Boden die Gründung? Einen Überblick über Ertrag und Kosten von Freiflächenanlagen finden Sie im Ratgeber Solarpark Kosten und Ertrag.
Bei Eigenbetrieb tragen Sie Investition und Risiko, erhalten dafür aber die Stromerlöse. Bei einer Verpachtung bleibt die Bewirtschaftung bei Ihnen, während ein Betreiber die Anlage finanziert. Beide Modelle haben ihre Berechtigung.
Wir übernehmen bei Freiflächenprojekten die Projektplanung mit Kostenkalkulation, Boden- und Standortgutachten, Verschattungsberechnung und elektrotechnischer Planung. Genehmigungsverfahren bei Behörden und beim Netzbetreiber begleiten wir. Gebaut wird mit eigener Projektleitung vor Ort und zertifizierten Partnerunternehmen.
Einzelne Gewerke wie Gestellbau oder Kabelzug bieten wir auch separat an – mehr unter PV-Montage und Dienstleistungen.
Symbolbild · KI-generiertSie möchten wissen, ob Ihre Fläche für Agri-PV geeignet ist? Rufen Sie uns unter 0174 6016055 an oder schreiben Sie an ldm-anlagen-bau@web.de. Wie ein Freiflächenprojekt bei uns abläuft, lesen Sie unter Solarpark bauen.
Bei Agri-PV bleibt die landwirtschaftliche Nutzung die Hauptnutzung der Fläche. Die Anlage wird so gebaut, dass unter oder zwischen den Modulen weiter bewirtschaftet werden kann. Bei einem klassischen Solarpark steht die Stromerzeugung im Vordergrund.
Ja, wenn der Reihenabstand von Anfang an auf Ihre Maschinen ausgelegt wird. Bei vertikalen Anlagen planen wir die Gassen nach der Arbeitsbreite. Bei hoch aufgeständerten Anlagen muss die lichte Höhe zu Ihren Fahrzeugen passen.
In Deutschland ist die DIN SPEC 91434 die maßgebliche Grundlage. Sie beschreibt Kategorien von Agri-PV-Anlagen und Anforderungen an die landwirtschaftliche Nutzung. Welche Vorgaben im Einzelfall gelten, sollte früh mit den zuständigen Stellen geklärt werden.
Grünland und Weide gehören zu den häufigsten Einsatzbereichen, insbesondere für vertikale Anlagen. Schafe kommen mit den meisten Bauformen gut zurecht. Bei größeren Tieren muss die Konstruktion entsprechend robust und geschützt ausgeführt werden.
In der Regel ja, denn auch Agri-PV ist eine bauliche Anlage im Außenbereich. Welche Verfahren nötig sind, hängt vom Einzelfall ab. Wir begleiten Genehmigungsverfahren bei Behörden und beim Netzbetreiber.
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