Ratgeber · Speicher

Photovoltaik mit Speicher: Wann sich ein Stromspeicher lohnt

Wie groß sollte ein Stromspeicher sein, was bringt er beim Eigenverbrauch und kann man ihn nachrüsten? Ein sachlicher Überblick mit Faustregeln.

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Tagsüber produziert die Solaranlage am meisten Strom, verbraucht wird er aber oft abends. Photovoltaik mit Speicher schließt diese Lücke: Der Batteriespeicher nimmt den Überschuss vom Tag auf und gibt ihn ab, wenn die Sonne nicht scheint. Ob sich das für Sie rechnet, hängt von Verbrauch, Anlagengröße und Speicherpreis ab.

Wir von der LDM Anlagen Bau GmbH aus Lalendorf planen Speicher passend zur Anlage – bei neuen Projekten ebenso wie als Nachrüstung.

So funktioniert ein Stromspeicher

Der Speicher wird mit Solarstrom geladen, sobald die Anlage mehr erzeugt, als im Haus gerade gebraucht wird. Erst wenn der Speicher voll ist, fließt der Überschuss ins Netz. Abends und nachts versorgt die Batterie das Haus, bevor Strom aus dem Netz bezogen wird.

Gesteuert wird das über den Wechselrichter oder einen Energiemanager. Dieser kann auch weitere Verbraucher wie Wallbox, Wärmepumpe oder Heizstab einbinden, damit möglichst viel Solarstrom im Haus bleibt.

Lohnt sich Photovoltaik mit Speicher? Eigenverbrauch im Vergleich

Der wichtigste Effekt eines Speichers ist ein höherer Eigenverbrauch. Selbst genutzter Solarstrom ist in der Regel deutlich mehr wert als eingespeister, weil er teuren Netzstrom ersetzt. Als Richtwert gilt:

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VarianteEigenverbrauchsanteil (Richtwert)Was das bedeutet
PV-Anlage ohne Speicherca. 25–35 %Der größere Teil des Solarstroms wird eingespeist.
Photovoltaik mit Speicherca. 55–75 %Ein Großteil des Solarstroms wird im Haus genutzt.

Die tatsächlichen Werte hängen davon ab, wann Sie Strom verbrauchen und wie groß Anlage und Speicher im Verhältnis zueinander sind. Dem höheren Eigenverbrauch stehen Anschaffungskosten von etwa 500 bis 900 Euro je kWh Speicherkapazität gegenüber. Ob sich das für Sie rechnet, zeigt unser Wirtschaftlichkeitsrechner.

Für wen sich ein Speicher besonders eignet

  • Berufstätige Haushalte: Wer tagsüber außer Haus ist, verbraucht den meisten Strom abends – genau dann liefert der Speicher.
  • Haushalte mit E-Auto: Wird das Auto abends geladen, kann ein Teil des Tagesstroms aus dem Speicher kommen.
  • Häuser mit Wärmepumpe: Der Speicher deckt einen Teil des Grundbedarfs in den Abend- und Nachtstunden.
  • Anlagen ohne Smart Meter: Wenn die Einspeisung auf 60 Prozent begrenzt ist, nimmt der Speicher Überschüsse auf, die sonst verloren gingen.

Stromspeicher Größe: die Faustregel

Als Faustregel gilt etwa 1 kWh Speicherkapazität je 1.000 kWh Jahresverbrauch. Ein deutlich größerer Speicher wird vor allem im Winterhalbjahr selten vollständig geladen und rechnet sich dann schlechter.

Neben dem Verbrauch spielt die Anlagengröße eine Rolle: Ein großer Speicher an einer kleinen Anlage wird selten voll, ein sehr kleiner Speicher an einer großen Anlage ist schon am Vormittag geladen. Speicher und Modulleistung sollten deshalb gemeinsam ausgelegt werden.

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JahresverbrauchSpeichergröße (Faustregel)Kosten Speicher (Richtwert)
3.000 kWhca. 3 kWhca. 1.500–2.700 €
4.000 kWhca. 4 kWhca. 2.000–3.600 €
5.000 kWhca. 5 kWhca. 2.500–4.500 €
6.000 kWhca. 6 kWhca. 3.000–5.400 €

Ein E-Auto oder eine Wärmepumpe erhöhen den Verbrauch und verschieben ihn zeitlich. In solchen Fällen planen wir Speicher, Wallbox und Wärmepumpe gemeinsam, damit die Komponenten zusammenpassen.

Solarspitzengesetz: warum Speicher wichtiger werden

Seit Februar 2025 gilt das Solarspitzengesetz. Neue Anlagen ohne Smart Meter und Steuerbox dürfen höchstens 60 Prozent ihrer Modulleistung ins Netz einspeisen. Bei negativen Börsenstrompreisen gibt es für neue Anlagen keine Vergütung; diese Zeiten werden am Ende der Förderdauer angehängt.

Ein Speicher hilft in beiden Fällen: Er nimmt Mittagsspitzen auf, die sonst abgeregelt würden, und verschiebt Strom in Zeiten, in denen Sie ihn selbst brauchen. Sinnvoll ist eine Ladesteuerung, die den Speicher nicht schon morgens füllt, sondern gezielt in der Mittagszeit. Details zur Vergütung erklären wir im Ratgeber Einspeisevergütung und Solarspitzengesetz.

Notstrom und Ersatzstrom bei Stromausfall

Viele gehen davon aus, dass eine PV-Anlage mit Speicher bei Stromausfall automatisch weiterläuft. Das ist nicht so: Ohne passende Technik schaltet sich die Anlage aus Sicherheitsgründen ab. Zwei Lösungen sind verbreitet:

  • Notstrom: Eine separate Steckdose oder ein einzelner Stromkreis wird bei Netzausfall aus dem Speicher versorgt – etwa für Kühlschrank oder Router.
  • Ersatzstrom: Das Haus oder ausgewählte Stromkreise werden vom Netz getrennt und über den Speicher weiterversorgt. Dafür sind ein geeigneter Wechselrichter und eine Umschalteinrichtung im Zählerschrank nötig.

Nicht jedes System unterstützt beide Varianten. Ob eine Lösung sinnvoll ist und welche Verbraucher abgesichert werden sollen, klären wir am besten schon bei der Planung.

Speicher nachrüsten: so geht es

Wer bereits eine PV-Anlage betreibt, kann einen Speicher in vielen Fällen nachrüsten. Grundsätzlich gibt es zwei Wege:

  • AC-gekoppelt: Der Speicher erhält einen eigenen Batteriewechselrichter und wird hinter dem vorhandenen Wechselrichter angeschlossen. Diese Variante ist flexibel und passt zu fast jeder Bestandsanlage.
  • DC-gekoppelt: Der Speicher hängt an einem Hybridwechselrichter. Das ist besonders sinnvoll, wenn der alte Wechselrichter ohnehin ersetzt werden muss.

Vor der Nachrüstung lohnt ein Blick auf einige Punkte: Wie alt ist der vorhandene Wechselrichter, ist im Zählerschrank genug Platz und wo kann der Speicher trocken und frostfrei aufgestellt werden? Auch ein nachgerüsteter Speicher muss im Marktstammdatenregister angemeldet werden. Wir prüfen, welche Lösung zu Ihrer Anlage und Ihrem Zählerschrank passt.

Symbolbild: Carport mit Wallbox – Photovoltaik mit Speicher erhöht den Eigenverbrauch beim Laden des E-AutosSymbolbild · KI-generiert
Symbolbild: Carport mit Wallbox – Photovoltaik mit Speicher erhöht den Eigenverbrauch beim Laden des E-Autos

Sie überlegen, Ihre Anlage um einen Speicher zu ergänzen oder neu mit Speicher zu planen? Rufen Sie uns unter 0174 6016055 an oder nutzen Sie unser Kontaktformular. Einen Überblick über die Kosten finden Sie unter PV-Anlage Kosten.

Häufige Fragen

Wie groß sollte mein Stromspeicher sein?

Als Faustregel gilt etwa 1 kWh Speicherkapazität je 1.000 kWh Jahresverbrauch. Ein Haushalt mit 5.000 kWh Verbrauch kommt also mit rund 5 kWh gut aus. Bei E-Auto oder Wärmepumpe lohnt sich eine genauere Betrachtung.

Kann ich einen Speicher später nachrüsten?

Ja, in den meisten Fällen ist das möglich. Ein AC-gekoppelter Speicher lässt sich an fast jede Bestandsanlage anschließen. Steht ohnehin ein Wechselrichtertausch an, kann ein Hybridwechselrichter mit DC-gekoppeltem Speicher die bessere Wahl sein.

Funktioniert meine Solaranlage bei einem Stromausfall?

Ohne Not- oder Ersatzstromfunktion schaltet sich die Anlage bei Netzausfall ab. Mit passendem Wechselrichter, Speicher und Umschalteinrichtung können einzelne Stromkreise oder das ganze Haus weiterversorgt werden. Das sollte von Anfang an mitgeplant werden.

Was kostet ein Stromspeicher?

Marktüblich liegen Stromspeicher bei etwa 500 bis 900 Euro je kWh Kapazität, je nach System und Einbausituation. Ein 5-kWh-Speicher kostet damit grob 2.500 bis 4.500 Euro. Ein konkretes Angebot erstellen wir nach Prüfung Ihrer Anlage.

Lohnt sich ein Speicher durch das Solarspitzengesetz mehr?

Die Regeln seit Februar 2025 machen den Eigenverbrauch wichtiger. Ohne Smart Meter und Steuerbox ist die Einspeisung auf 60 Prozent der Modulleistung begrenzt, und bei negativen Börsenpreisen gibt es für neue Anlagen keine Vergütung. Ein Speicher nutzt diesen Strom selbst, statt ihn abzuregeln.

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